Ein Dank motiviert

05.01.2026 |

Der bundesweite Auftakt der Sternsingeraktion setzt ein starkes Zeichen

Wenn sich 1000 Kinder und Jugendliche für eine Veranstaltung der Kirche anmelden und weitere wegen Platzmangels nur per Livestream teilnehmen können, dann ist das ungewöhnlich. Ein ungewöhnlich starkes Zeichen für junges Engagement in der Kirche. Der Auftakt der 68. Aktion Dreikönigssingen in Freiburg hat gezeigt, dass sich junge Menschen begeistern lassen, wenn sie wissen, was ihr Engagement bewirkt und ihnen dafür gedankt wird.

Dass Menschen sich nicht mehr dauerhaft engagieren, sondern eher zeitlich begrenzte Angebote wahrnehmen, ist kein neuer Trend. Während Chöre mit langer Tradition aussterben, finden sich immer häufiger Projektchöre zusammen, um gemeinsam zu singen. Im Internet werben Engagement-Plattformen damit, dass man sich für einmalige Aktionen anmelden kann. 

Es ist ein logischer Schritt, dass auch in der kirchlichen Jugendarbeit große Einzelaktionen zugenommen haben. Bei der Sternsingeraktion engagieren sich in den Gemeinden schon lange nicht mehr nur die Ministranten. Die 72-Stunden-Aktion des BDKJ konzentriert alle paar Jahre den Einsatz von tausenden Kindern und Jugendlichen und erfährt bedeutende mediale Aufmerksamkeit, wenn Spielplätze saniert und Hecken gepflanzt werden. Obwohl so viele sich bei diesen Aktionen engagieren, sind sie nicht dauerhaft im Leben der Gemeinden präsent oder koppeln sich gänzlich ab – die Gründe dafür sind vielfältig. Manchmal spielt aber Wertschätzung eine Rolle. 

Kirche und Gesellschaft stehen vor der Herausforderung, Engagement sichtbar zu machen und zu honorieren, um zu motivieren. Dabei dürfen dauerhaftes und kurzzeitiges Engagement nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sichtbar ist das Wirken von dauerhaftem Engagement leider oft erst, wenn es wegfällt; wenn es als Selbstverständlichkeit behandelt wurde. Kurzzeitiger Einsatz wird oft nicht honoriert, weil er nur punktuell wahrgenommen wird und bis zum Tag des Ehrens wieder vergessen ist.
 
Gerade Kindern und Jugendlichen sollte gedankt werden, auch wenn sie sich nur kurzzeitig engagieren. Ihre Lebens- und Zeitumstände haben sie oft nicht selbst in der Hand, fremdbestimmt irgendwo zwischen Eltern und Schule. Der Auftakt der Aktion Dreikönigssingen in Freiburg ist ein solches Zeichen, dass Engagement wahrgenommen wird und, dass man den Jungen dankt.
 
Benedikt Hohl 

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