Über Mütter
06.05.2026 |
Weil es nämlich einfach reicht mit dem Mütterbashing! Aufzuzählen, wofür Mütter in der Geschichte verantwortlich gemacht wurden (und immer noch viel zu oft werden), würde diese Kolumne sprengen; die Liste reicht von Liebesentzug über Gewalttätigkeit bis Missbrauch, Verstoßen und Kindsmord. Mütter galten unverhältnismäßig oft als hauptsächliche Verursacherinnen von Entwicklungsstörungen und werden in Zusammenhang gebracht mit körperlichen und seelischen Leiden Erwachsener. Ein Wunder eigentlich, dass sich Frauen immer noch für ein Kind entscheiden. Obwohl das ein Wagnis von unvorstellbarer Tragweite ist, nicht nur mit Blick auf das, was der weibliche Körper bei Schwangerschaften leistet.
Kinderkriegen (oder nicht) gehört zu den vermeintlichen Privatangelegenheiten, die in Wahrheit hochpolitisch sind. Nicht nur, weil die Fruchtbarkeit von Frauen von deutschen Behörden penibel dokumentiert wird. Und die „Geburtenziffer“, auch Fertilitätsrate, wird regelmäßig in die Medien gemeldet; derzeit liegt sie bei rund 1,3 Kindern pro Frau. Was als Zahl natürlich Quatsch ist, denn was müsste man sich unter einem „Drittel Kind“ vorstellen? Mitgeschrieben wird auch, wie jung Frauen beim ersten Kind sind; in Deutschland sind sie im Durchschnitt 29,9 Jahre alt. Und: 2025 wurden in unserem Land 654300 Babys geboren. Manche Politiker finden, das sei zu wenig, so ließe sich nicht aufhalten, was Deutschland droht: ein Bevölkerungsrückgang. Klingt, als wäre Kinderkriegen ein Staatsakt. Wobei von Männern, die ja zum Zeugungsakt dazugehören, noch gar nicht die Rede war. Wie viele Kinder also hat der deutsche Mann im Durchschnitt? Und wie alt ist er beim ersten Kind? Wäre doch ebenfalls spannend zu erfahren.
Es gibt gute Gründe, Mutter werden zu wollen. Und auch, sich dagegen zu entscheiden. Das können Frauen heute, zumindest theoretisch. Jahrtausende lang haben Männer über Frauenkörper bestimmt. Heute können sie immerhin daran mitwirken, dass Frauen sich für ein Kind entscheiden. Und verantwortungsvolle Väter sein.
Kinderkriegen ist kein Staatsakt – politisch ist es schon.
„9 Monate, die ein Leben lang zählen: Wie deine Ernährung in der Schwangerschaft die Zukunft deines Babys bestimmt.“ Wenn es schon der Titel eines Buches vermag, dass Ärger aufsteigt, wie wird das erst beim Lesen sein? Interessant ist diese Reaktion aber schon, ein Buch mit Empörungspotenzial.
Weil es nämlich einfach reicht mit dem Mütterbashing! Aufzuzählen, wofür Mütter in der Geschichte verantwortlich gemacht wurden (und immer noch viel zu oft werden), würde diese Kolumne sprengen; die Liste reicht von Liebesentzug über Gewalttätigkeit bis Missbrauch, Verstoßen und Kindsmord. Mütter galten unverhältnismäßig oft als hauptsächliche Verursacherinnen von Entwicklungsstörungen und werden in Zusammenhang gebracht mit körperlichen und seelischen Leiden Erwachsener. Ein Wunder eigentlich, dass sich Frauen immer noch für ein Kind entscheiden. Obwohl das ein Wagnis von unvorstellbarer Tragweite ist, nicht nur mit Blick auf das, was der weibliche Körper bei Schwangerschaften leistet.
Kinderkriegen (oder nicht) gehört zu den vermeintlichen Privatangelegenheiten, die in Wahrheit hochpolitisch sind. Nicht nur, weil die Fruchtbarkeit von Frauen von deutschen Behörden penibel dokumentiert wird. Und die „Geburtenziffer“, auch Fertilitätsrate, wird regelmäßig in die Medien gemeldet; derzeit liegt sie bei rund 1,3 Kindern pro Frau. Was als Zahl natürlich Quatsch ist, denn was müsste man sich unter einem „Drittel Kind“ vorstellen? Mitgeschrieben wird auch, wie jung Frauen beim ersten Kind sind; in Deutschland sind sie im Durchschnitt 29,9 Jahre alt. Und: 2025 wurden in unserem Land 654300 Babys geboren. Manche Politiker finden, das sei zu wenig, so ließe sich nicht aufhalten, was Deutschland droht: ein Bevölkerungsrückgang. Klingt, als wäre Kinderkriegen ein Staatsakt. Wobei von Männern, die ja zum Zeugungsakt dazugehören, noch gar nicht die Rede war. Wie viele Kinder also hat der deutsche Mann im Durchschnitt? Und wie alt ist er beim ersten Kind? Wäre doch ebenfalls spannend zu erfahren.
Es gibt gute Gründe, Mutter werden zu wollen. Und auch, sich dagegen zu entscheiden. Das können Frauen heute, zumindest theoretisch. Jahrtausende lang haben Männer über Frauenkörper bestimmt. Heute können sie immerhin daran mitwirken, dass Frauen sich für ein Kind entscheiden. Und verantwortungsvolle Väter sein.
Brigitte Böttner