Ein Spalt breit
10.12.2025 |
Die Debatte um das „Diakonat der Frau“ ist ein Dauerbrenner in der unübersichtlichen Reformdebatte der Kirche. Die Frage steht aber auch symbolisch für die Divergenz in der Weltkirche. Sehr unterschiedliche Strukturen, Kulturen und Anforderungen finden unter ihrem Dach zusammen. Man kann den Blick in die Welt hinaus richten, wo es etliche Landstriche gibt, in der die Arbeit von Ordensfrauen seit langem das Bild der katholischen Kirche prägt, wo geweihte Priester nur gelegentlicher Gast sind. Und dennoch drängt dort längst nicht jede dieser engagierten Schwestern nach einem neuen Weihe-Zugang. Es gibt aber auch den Blick vor die Haustür, wo ab 1. Januar so genannte Gemeindeteams der Kirche das Gesicht geben sollen, Frauen sind darin überproportional vertreten. Und hierzulande wird die Forderung nach der Öffnung des Weiheamtes lautstark erhoben. Komplizierte Asymmetrie, auch das ist weltkirchliche Realität.
Man kann, man muss die Frage nach dem „Diakonat der Frau“ theologisch beantworten, man wird aber nicht umhin können, Kirchengeschichte in den Blick zu nehmen, Anthropolgie, vielleicht auch Sozialpolitik und Recht – beileibe nicht nur Kirchenrecht. Doch egal wie man es anfasst, diese unterschiedlichen Sichtweisen sind nicht kompatibel mit dem tradierten Weihebild der katholischen Kirche. Was daraus folgt, liegt auf der Hand. Hier muss sich Weltkirche positionieren und diese Positionierung kann niemand anderes als der Papst vornehmen. Durch die Hintertür wird sich der kleine Spalt weder auftun noch schließen. Wenn die Antwort alle überzeugen soll, wird er nicht umhin können, ein neues Verständnis von Mensch und Weltkirche zu skizzieren. Wie gesagt, das wäre dann etwas sehr Großes.
Je länger die Frage um das Frauendiakonat offen ist, desto bedeutungsschwerer wird die Antwort
Und wieder hat eine Kommission zum Thema „Diakonat der Frau“ getagt, und wieder hat sie ein Ergebnis vorgelegt, dass nicht anders als ein entschlossenes „Sowohl als auch“ zu lesen ist. Der Spalt in der Tür bleibt offen, die Frage müsse theologisch und pastoral weiter vertieft werden, so heißt es. Eine weitere Kommission wird sich also damit beschäftigen, und irgendwann wiederum ihre Ergebnisse vorlegen. Je öfter dieses Prozedere so vonstatten geht, desto mehr ahnt man: Hier steuert die katholische Kirche auf etwas sehr, sehr Großes zu. Irgendwann wird es so weit sein, dann wird eine Entscheidung fallen. Und viele wird sie enttäuschen. Oder sie wird nicht fallen. Dann wird sie ebenfalls viele enttäuschen ...
Die Debatte um das „Diakonat der Frau“ ist ein Dauerbrenner in der unübersichtlichen Reformdebatte der Kirche. Die Frage steht aber auch symbolisch für die Divergenz in der Weltkirche. Sehr unterschiedliche Strukturen, Kulturen und Anforderungen finden unter ihrem Dach zusammen. Man kann den Blick in die Welt hinaus richten, wo es etliche Landstriche gibt, in der die Arbeit von Ordensfrauen seit langem das Bild der katholischen Kirche prägt, wo geweihte Priester nur gelegentlicher Gast sind. Und dennoch drängt dort längst nicht jede dieser engagierten Schwestern nach einem neuen Weihe-Zugang. Es gibt aber auch den Blick vor die Haustür, wo ab 1. Januar so genannte Gemeindeteams der Kirche das Gesicht geben sollen, Frauen sind darin überproportional vertreten. Und hierzulande wird die Forderung nach der Öffnung des Weiheamtes lautstark erhoben. Komplizierte Asymmetrie, auch das ist weltkirchliche Realität.
Man kann, man muss die Frage nach dem „Diakonat der Frau“ theologisch beantworten, man wird aber nicht umhin können, Kirchengeschichte in den Blick zu nehmen, Anthropolgie, vielleicht auch Sozialpolitik und Recht – beileibe nicht nur Kirchenrecht. Doch egal wie man es anfasst, diese unterschiedlichen Sichtweisen sind nicht kompatibel mit dem tradierten Weihebild der katholischen Kirche. Was daraus folgt, liegt auf der Hand. Hier muss sich Weltkirche positionieren und diese Positionierung kann niemand anderes als der Papst vornehmen. Durch die Hintertür wird sich der kleine Spalt weder auftun noch schließen. Wenn die Antwort alle überzeugen soll, wird er nicht umhin können, ein neues Verständnis von Mensch und Weltkirche zu skizzieren. Wie gesagt, das wäre dann etwas sehr Großes.
Klaus Gaßner