Großartig-bedrückend
17.07.2023 |
Leider hat sich diese Entwicklung nicht fortgesetzt. Stattdessen ist das Gegenteil eingetreten. Inzwischen ist die Situation aufs Ganze gesehen dramatisch schwieriger geworden, wie jetzt Eva Maria Welskopp-Deffaa, die Präsidentin des Deutschen Caritasverbades feststellte. Der Grund: Die drei „Menschheitsgeiseln“ Krieg, Hunger und Klimakrise sind auf dem Vormarsch. Und sie verstärken sich gegenseitig. Der Krieg in der Ukraine zusammen mit nicht weniger als 217 weiteren kriegerischen Konflikten habe den Kampf gegen den Hunger um Jahre zurückgeworfen, so hieß es bei der zurückliegenden Jahrespressekonferenz von Caritas international. Dazu kommt die Klimakrise: 30 Millionen Menschen wurden zuletzt infolge der extremen Hitze und der Vernichtung von Ackerflächen ihrer Existenzgrundlage beraubt.
Und so ist die Tatsache, dass Caritas international im vergangenen Jahr einen historischen Rekord sowohl an Spendeneinnahmen als auch an konkreten Hilfeleistungen verzeichnen konnte, eine zwar großartige, aber gleichzeitig auch bedrückende Nachricht. Großartig, weil sie ein Zeichen dafür ist, dass sich viele, sehr viele Menschen hierzulande nicht der Gleichgültigkeit gegenüber diesen Katastrophen hingeben, sondern eine Haltung der Solidarität mit denjenigen bewahrt haben, die ohne Hilfe von außen kaum überleben könnten. Bedrückend, weil sich die Krisenspirale zuletzt immer weiter und immer schneller gedreht hat und damit die Herausforderungen für Hilfsorganisationen wie Caritas international noch größer geworden sind. Mehr denn je sind sie in den kommenden Jahren auf Unterstützung angewisen. Denn dass sich die Situation kurzfrsitig zum Besseren wendet, ist im Blick auf die Vielzahl von Kriegen und gewaltsamen Konflikten und angesichts der offenkundigen Zunahme von extremen Wetterereignissen mit Katastrophenpotenzial nicht zu erwarten. Die Welt wird gerade schlechter.
Die doppelte Botschaft der Jahresbilanz von Caritas international
Ist die Welt schlechter geworden? Denjenigen, die dazu neigten, diese Frage stets mit einem spontanen und unbedachten „Ja“ zu beantworten haben, mussten sich in der jüngeren Vergangenheit bisweilen eines Besseren belehren lassen. Es ließ sich nachweisen, dass sich seit der Jahrhundertwende einiges nicht nur nicht verschlechtert, sondern sogar zum Besseren gewendet hatte. Angefangen von einer deutlich gesunkenen Zahl von Menschen in Armut und Hunger.
Leider hat sich diese Entwicklung nicht fortgesetzt. Stattdessen ist das Gegenteil eingetreten. Inzwischen ist die Situation aufs Ganze gesehen dramatisch schwieriger geworden, wie jetzt Eva Maria Welskopp-Deffaa, die Präsidentin des Deutschen Caritasverbades feststellte. Der Grund: Die drei „Menschheitsgeiseln“ Krieg, Hunger und Klimakrise sind auf dem Vormarsch. Und sie verstärken sich gegenseitig. Der Krieg in der Ukraine zusammen mit nicht weniger als 217 weiteren kriegerischen Konflikten habe den Kampf gegen den Hunger um Jahre zurückgeworfen, so hieß es bei der zurückliegenden Jahrespressekonferenz von Caritas international. Dazu kommt die Klimakrise: 30 Millionen Menschen wurden zuletzt infolge der extremen Hitze und der Vernichtung von Ackerflächen ihrer Existenzgrundlage beraubt.
Und so ist die Tatsache, dass Caritas international im vergangenen Jahr einen historischen Rekord sowohl an Spendeneinnahmen als auch an konkreten Hilfeleistungen verzeichnen konnte, eine zwar großartige, aber gleichzeitig auch bedrückende Nachricht. Großartig, weil sie ein Zeichen dafür ist, dass sich viele, sehr viele Menschen hierzulande nicht der Gleichgültigkeit gegenüber diesen Katastrophen hingeben, sondern eine Haltung der Solidarität mit denjenigen bewahrt haben, die ohne Hilfe von außen kaum überleben könnten. Bedrückend, weil sich die Krisenspirale zuletzt immer weiter und immer schneller gedreht hat und damit die Herausforderungen für Hilfsorganisationen wie Caritas international noch größer geworden sind. Mehr denn je sind sie in den kommenden Jahren auf Unterstützung angewisen. Denn dass sich die Situation kurzfrsitig zum Besseren wendet, ist im Blick auf die Vielzahl von Kriegen und gewaltsamen Konflikten und angesichts der offenkundigen Zunahme von extremen Wetterereignissen mit Katastrophenpotenzial nicht zu erwarten. Die Welt wird gerade schlechter.
Michael Winter