Prioritäten setzen
19.11.2024 |
„Gegrummelt“ wird mitunter auch in Sachen „Kirchenentwicklung 2030“. Und zwar „oben“ wie „unten“, wie bei der zurückliegenden Versammlung des Diözesanforums in Freiburg deutlich wurde. Die Akteure auf Ebene der neuen Pfarreien mit ihren Gemeinden haben unterschwellig die Befürchtung, dass ihren Möglichkeiten, die Dinge selbstständig und frei zu gestalten, von „oben“ doch engere Grenzen gesetzt werden könnten als gedacht. Und die Verantwortlichen auf Bistumsebene lassen unter Verweis auf manche Gründungsvereinbarungen der neuen Pfarreien die Sorge durchklingen, dass „unten“ künftige Schwerpunkte des kirchlichen Lebens formuliert werden, ohne gleichzeitig Bereiche zu benennen, die nicht mehr weitergeführt werden können.
Prioritäten zu setzen erscheint aber deshalb dringend notwendig, weil die Lage der Kirche dramatischer ist, als dies landläufig wahrgenommen wird. Erzbischof Burger und Generalvikar Neubrand betonten eben diesen Aspekt wohl ganz bewusst in ihren Eingangsstatements des Diözesanforums. Nicht um schwarzzumalen, sondern um zu zeigen, dass ein „Weiter so“ und ein „Immer noch mehr“ nicht mehr möglich ist.
Dass so grundstürzende Veränderungen mit Unbehagen, Zweifeln und „Grummeln“ einhergehen, ist freilich nicht verwunderlich, sondern nachvollziehbar. Zumal dieses „Grummeln“ ja durchaus echte Schwachpunkte und Einseitigkeiten an den Tag bringen kann, die sonst übersehen würden. Das gilt übrigens auch im Blick auf das Diözesanforum selbst mit seiner nicht selten etwas abgehobenen, von soziologischen, pastoralen und unternehmerischen Begriffen durchsetzten Sprache und dem allzu großen Anteil an Hauptamtlichen, die das Geschehen entsprechend prägen.
Aber Schluss mit dem „Gegrummel“: Viel wichtiger ist, dass die Versammlung durchgängig von einer Atmosphäre des Miteinanders und der Aufrichtigkeit geprägt war. Allen Meinungsunterschieden zum Trotz steht das gemeinsame Ziel außer Frage: In einer dramatisch veränderten Situation alles zu tun, um neue Perspektiven und Möglichkeiten für das kirchliche Leben zu eröffnen.
Das Diözesanforum zeigt, dass es kein „Weiter so“ geben kann
Im Zuge der aktuellen politischen Entwicklungen ist zuletzt ein bisher eher selten gebrauchter Begriff des Öfteren zur Sprache gekommen: „Grummeln“. Der SPD-Generalsekretär benutzte ihn kürzlich, um einzuräumen, dass der noch amtierende Kanzler zwar eigentlich als Kandidat für die kommende Wahl feststeht, dass es aber auch Zweifel gebe. Dass unterschwellig „gegrummelt“ werde.
„Gegrummelt“ wird mitunter auch in Sachen „Kirchenentwicklung 2030“. Und zwar „oben“ wie „unten“, wie bei der zurückliegenden Versammlung des Diözesanforums in Freiburg deutlich wurde. Die Akteure auf Ebene der neuen Pfarreien mit ihren Gemeinden haben unterschwellig die Befürchtung, dass ihren Möglichkeiten, die Dinge selbstständig und frei zu gestalten, von „oben“ doch engere Grenzen gesetzt werden könnten als gedacht. Und die Verantwortlichen auf Bistumsebene lassen unter Verweis auf manche Gründungsvereinbarungen der neuen Pfarreien die Sorge durchklingen, dass „unten“ künftige Schwerpunkte des kirchlichen Lebens formuliert werden, ohne gleichzeitig Bereiche zu benennen, die nicht mehr weitergeführt werden können.
Prioritäten zu setzen erscheint aber deshalb dringend notwendig, weil die Lage der Kirche dramatischer ist, als dies landläufig wahrgenommen wird. Erzbischof Burger und Generalvikar Neubrand betonten eben diesen Aspekt wohl ganz bewusst in ihren Eingangsstatements des Diözesanforums. Nicht um schwarzzumalen, sondern um zu zeigen, dass ein „Weiter so“ und ein „Immer noch mehr“ nicht mehr möglich ist.
Dass so grundstürzende Veränderungen mit Unbehagen, Zweifeln und „Grummeln“ einhergehen, ist freilich nicht verwunderlich, sondern nachvollziehbar. Zumal dieses „Grummeln“ ja durchaus echte Schwachpunkte und Einseitigkeiten an den Tag bringen kann, die sonst übersehen würden. Das gilt übrigens auch im Blick auf das Diözesanforum selbst mit seiner nicht selten etwas abgehobenen, von soziologischen, pastoralen und unternehmerischen Begriffen durchsetzten Sprache und dem allzu großen Anteil an Hauptamtlichen, die das Geschehen entsprechend prägen.
Aber Schluss mit dem „Gegrummel“: Viel wichtiger ist, dass die Versammlung durchgängig von einer Atmosphäre des Miteinanders und der Aufrichtigkeit geprägt war. Allen Meinungsunterschieden zum Trotz steht das gemeinsame Ziel außer Frage: In einer dramatisch veränderten Situation alles zu tun, um neue Perspektiven und Möglichkeiten für das kirchliche Leben zu eröffnen.
Michael Winter