Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, das Erdbeben in der Türkei, die Flutkatastrophe im Ahrtal (jetzt in Slowenien) – dieser Krieg, diese Naturkatastrophen haben die Öffentlichkeit lange beschäftigt oder beschäftigen sie noch immer. Die Berichterstattung ist allgegenwärtig, die Spendenbereitschaft groß.
Hilfswerke wie die Caritas (international), Missio oder Renovabis handeln schnell, wenn Kriege, Konflikte und Auswirkungen des Klimawandels die Welt erschüttern. Sie sehen die Not, richten Spendenkonten ein, helfen aus der Ferne mit Geldspenden und natürlich vor Ort mit Hilfskräften und Sachspenden. Diese Organisationen sehen aber auch die Krisenherde, die im Schatten dieser immensen Katastrophen und Kriege schwelen und die in der Öffentlichkeit – jedenfalls in der deutschen – in den Hintergrund gerückt oder gar in Vergessenheit geraten sind: So wie der Krieg und immer noch lodernde Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach. Tausende junge Männer wurden über Nacht zu Soldaten und Opfern während des 44-tägigen Krieges. Zurück blieben Menschen, die aus der Region fliehen mussten, Familien, die sich um ihre Söhne und Väter sorgten und eine junge Generation, erschüttert und traumatisiert von den Kriegserlebnissen. Caritas international hat hierfür ein Projekt eingerichtet, welches Geflüchteten und Familien mit Kriegsrückkehrern unterstützt. Nur ein Beispiel von vielen. Zu den weltweiten Projekten der Hilfswerke zählen auch der Kampf gegen Hungersnöte in Afrika, humanitäre Hilfe in Afghanistan, Friedensförderung in Kolumbien sowie Inklusionsprojekte in Georgien und Vietnam und viele mehr.
Wer Geld spendet, möchte, dass möglichst jeder Cent da ankommt, wo Not herrscht. Doch wer wissen will, wie man der Not begegnet, mit welchen Programmen, mit welchen Personen, der braucht den Rat der Experten. Die großen Hilfswerke halten dafür ihre Fachleute parat, die recherchieren und Netzwerke knüpfen. Trotz dieser Kosten für die „Infrastruktur“ eines Hilfswerks gehen laut Caritas international knapp 91 Prozent der Spenden in die Projekte. Bei einem Betrag von 100 Euro kommen also 91 Euro direkt an. Und damit kann zum Beispiel Zusatznahrung für neun unter- und mangelernährte Kinder finanziert werden. Tu Gutes und sprich darüber – denn wer nicht über seine Spende spricht, geht das Risiko ein, dass die Krisen, die im Schatten der Aktualität stehen, auch weiterhin unbeachtet bleiben.
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