Kein gutes Signal

29.06.2023 |

Zur finanziellen Blockade des Synodalen Ausschusses

„Beim Geld hört die Freundschaft auf“, so sagt ein Sprichwort und meint, dass das Thema Finanzen ein hohes Konfliktpotenzial birgt – sogar mit dem Risiko, (vermeintliche) Freunde zu entzweien. Wie viele Freunde in der Deutschen Bischofskonferenz sitzen, ist nicht bekannt, dafür aber, dass es derzeit dort ziemlich viel Streit gibt. Nun blockieren vier der 27 Ortsbischöfe wie erwartet die geplante Finanzierung des Synodalen Ausschusses über den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). Über den VDD organisieren die Bistümer ihre Gemeinschaftsaktivitäten. 130 Millionen Euro stehen dafür im VDD-Haushalt zur Verfügung, der sich anteilig aus dem Kirchensteueraufkommen der Diözesen speist.

Dass die Bischöfe aus Eichstätt, Passau, Regensburg und Köln dem Unternehmen Synodaler Weg ablehnend gegenüber stehen, ist bekannt. Nicht bekannt ist allerdings, wie die Mehrheit der kirchensteuerpflichtigen Mitglieder zum Reformprozess steht. Zu Recht wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass es genau deren Geld ist, dass die Bischöfe nun nutzen, um ihre Macht auszuspielen – mögen sie sich dabei auch auf ihr Gewissen und Vorbehalte aus dem Vatikan berufen. 

Sei es drum: Vermutlich wird dieses Manöver den geplanten Synodalen Ausschuss allenfalls verzögern, nicht aber verhindern. Nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten wird bereits gesucht und sie dürften wohl auch gefunden werden. Bleiben wird also lediglich ein Kratzer am ohnehin beschädigten Image der Kirche. 

„Beim Geld hört die Freundschaft auf“, dieses Sprichwort könnte im Hinblick auf den VDD allerdings noch viel weiter interpretiert werden. Denn der VDD-Etat hat sich mit den über Jahre steigenden Kirchensteuereinnahmen keineswegs erhöht; vielmehr stellten die Bistümer von ihren Einnahmen dem VDD immer geringere Anteile zur Verfügung. In Zeiten des Rückgangs ist das kein gutes Signal. Müssten doch die Bistümer zukünftig eher mehr denn weniger auf Gemeinschaftsaktivitäten setzen. Stellt sich auch die Frage, was passiert, wenn einzelne Diözesen aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen demnächst nicht mehr in der Lage sein werden, eine kirchliche „Grundversorgung“ sicherzustellen, wenn es um die „Existenz“ geht. Wer wird ihnen unter die Arme greifen? Wie weit wird es dann her sein mit der in der Kirche so oft geforderten Solidarität? 

Kirsten Zimmerer