Das Saarland war bisher das einzige deutsche Bundesland ohne ein Vorwort in seiner Verfassung. Das Parlament hat die Lücke geschlossen und zugleich eine "Verantwortung vor Gott" hineingeschrieben.
Das Saarland hat ab sofort einen Gottesbezug in der Verfassung stehen. Der Landtag in Saarbrücken beschloss am Mittwoch mit 46 Ja-Stimmen gegen 3 Nein-Stimmen eine entsprechende Änderung, die von den Fraktionen von SPD und CDU angestoßen worden war. Der Verweis auf Gott ist Teil der neuen Präambel, eines Vorworts zum Verfassungstext. Das Saarland war bisher das einzige deutsche Bundesland ohne eine solche Präambel.
Verantwortung vor Gott und religiöses Erbe
In der betreffenden Passage heißt es nun wörtlich: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, auf der Grundlage des religiösen und humanistischen Erbes, hat sich das Saarland durch seinen frei gewählten Landtag diese Verfassung gegeben.“
Anke Rehlinger (v.l.n.r.), damalige Ministerpräsidentin des Saarlandes, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz und Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, vor der Staatskanzlei des Saarlandes bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober 2025 in Saarbrücken.
Mehrere deutsche Bundesländer haben einen Gottesbezug in ihrer Verfassung aufgenommen. Darunter sind Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Gleiches gilt für das Grundgesetz.