Für Hunderte junge Jüdinnen und Juden in Deutschland ist der Wettbewerb Jewrovision ein großes Event. Mehr als 1200 Jugendliche kommen in Stuttgart zusammen – ein Zeichen gegen eine Verdrängung jüdischen Lebens aus der Öffentlichkeit.
Die Jewrovision in Stuttgart steht unter dem Motto „Voices of Hope“ und setzt ein Zeichen für ein offenes und sichtbares jüdisches Leben in Deutschland.
"Das Motto der diesjährigen Jewrovision lautet ja 'Voices of Hope'. Damit verbunden ist ganz klar die Hoffnung auf ein lautes, auf ein öffentliches und offenes jüdisches Leben in Deutschland", sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Die Veranstaltung solle vor allem jungen Jüdinnen und Juden die Gelegenheit bieten, Gleichaltrige kennenzulernen und mit ihnen zu konkurrieren. Ihnen solle gezeigt werden: "Gerade auch wenn sie aus kleineren Gemeinden kommen, sind sie nicht alleine. Die jüdische Gemeinschaft ist gar nicht mal so klein", betonte Schuster.
Der Zentralrat richtet die Jewrovision aus. Nach seinen Angaben handelt es sich um den größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Deutschlands und Europas. Dieser orientiert sich an der "großen Schwester" Eurovision Song Contest (ESC). Der ESC findet parallel in Wien statt, das Finale geht dort am Samstag über die Bühne. Überschattet wird der ESC von politischen Kontroversen: Wegen des Krieges hatten mehrere Länder zum Boykott der größten Popmusik-Veranstaltung der Welt aufgerufen.