Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann empfiehlt seinem Nachfolger, trotz langer Arbeitswochen nicht das Privatleben und die Familie zu vernachlässigen. Und er hat eine Idee, was er im Ruhestand machen kann …
Winfried Kretschmann blickt in den Ruhestand – statt Politik nun Kirchenführungen in Oberschwaben?
"Wer verlangt denn heute noch von seiner Frau, dass sie ihm zu Hause den Rücken freihält, damit man 60-Stunden-Wochen durchstehen kann. Das ist doch aus der Zeit gefallen, das kann man heute einfach nicht mehr bringen", sagt Kretschmann in der Biografie "Winfried Kretschmann - Im Herzen grün".
Zumindest eine Sache hat Kretschmann (77) laut der Biografie aus der Corona-Zeit in seinen Tagesablauf übernommen: Der leidenschaftliche Kartenspieler klicke nun regelmäßig kurz vor dem Einschlafen auf sein iPad und spiele Binokel. "Während der Corona-Zeit habe ich für mich das digitale Kartenspiel entdeckt und entspanne mich damit jetzt fast jeden Tag. Eine halbe Stunde vor dem Einschlafen, da bekomme ich den Kopf frei", so Kretschmann.
Studieren? Den Plan hat er aufgegeben
Und was wird der nach mehr als 14 Jahren aus dem Amt scheidende Ministerpräsident mit seinem Ruhestand anfangen? "Lange war es Kretschmanns Traum, im Ruhestand noch einmal zu studieren, Theologie und Philosophie. Den Plan hat er aufgegeben", heißt es in dem Buch. Er wolle sich nicht mehr durch irgendwelche Texte quälen, die er eigentlich nicht lesen wolle. "Kirchenführer zu werden, das könnte er sich nun vorstellen. In Oberschwaben gibt es eine Menge Kirchen und Klöster, die sich zu besichtigen lohnen", schreibt Autorin Dagmar Seitzer.
Zuletzt betonte der Katholik Kretschmann bei einem Besuch im Kloster Lorch nahe Schwäbisch Gmünd sein starkes Interesse für sakrale Kunst. Kretschmann regiert seit 12. Mai 2011 als Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde ein Grüner Ministerpräsident eines Bundeslandes. Kretschmann wurde zweimal wiedergewählt.