Enormer Schaden
10.01.2025 |
Ein enormer Schaden ist entstanden, Erzbischof Stefan Burger hat vollkommen recht. Die unschöne Affäre um die Freiburger Dommusik, die nicht wenige Medien über die Weihnachtstage hinweg in dicken Schlagzeilen beschäftigte, hat zweifellos Renommee gekostet. In der effizienzorientierten Wirtschaftswelt hat der respektvolle Umgang mit den eigenen Beschäftigten eine so hohe Bedeutung, dass sich Firmen nicht nur arbeitsrechtlich exquisit wappnen, sondern auch großzügige Regelungen vorsehen, um bei Trennungen unvermeidbare Härten zu flankieren – und keine schädlichen Signale auszusenden. Die Nachrichten aus Freiburg über eine konfrontative Kündigung und anhaltende Proteste gegen eine Personalentscheidung mussten somit eine Öffentlichkeit überraschen, die mit Kirche vielleicht nicht mehr viel anfangen will, kirchliche Kunst und Kultur aber als Berührungspunkte durchaus schätzt.
Umso wichtiger wird es sein, die richtigen Lehren zu ziehen. Lange Jahre gab es Querelen mit der Leitung der Dommusik, doch die monatelangen Proteste gegen die Kündigung zeigen, dass etliche Protagonisten diese Miss-Stimmung entweder nicht wahrnahmen oder als hinnehmbar ansahen. So wurde die Causa Böhmann zu einer Causa Dommusik. Die unterschiedlichen Sichtweisen deuten auf mangelnden Austausch mit allen Akteuren hin. Gerade Chorsänger und Instrumentalisten, die sich für die Kirchenmusik einsetzen, nehmen manch` Beschwer auf sich. Sie proben, wenn andere Skiurlaub machen, sie musizieren an Feiertagen, die andere zu Ausflügen verleiten. Ob berechtigte „Wertschätzung“ von den entsprechenden Leitungsstellen ausreichend ausgestrahlt wurde? Keine Frage: Auch ein kirchlicher Arbeitgeber muss immer mal wieder unbequeme Entscheidungen treffen, harte Hand zeigen und zu Maßnahmen stehen, die wehtun. Allerdings sollte der Nutzen für das Gemeinwesen stets so groß sein, dass er einen temporären Schaden überwiegt. Das setzt viel Kommunikation voraus, ehrliches Zuhören, mutige Gespräche.
Es scheint so, dass die unschöne Aktion zur Christmette ein Ventil war, das sich an unpassender Stelle entlud und Personen berührte, die an der Genese schuldlos waren. Damit wiederholt sich eine alte Erkenntnis: Ein Ungeschick wird erst durch mangelndes Management zur Affäre. Bleibt die Hoffnung, den „enormen Schaden“ schnell und großzügig zu bereinigen.
Die Causa Dommusik kommt zur Unzeit, sie muss schnell bereinigt werden
Die Gläubigen im Erzbistum hat die Causa Böhmann in einer entscheidenden Phase bei der Umsetzung einer neuen Kirchenorganisation erreicht. Nur noch zwölf Monate, dann wird das Erzbistum ein anderes Gesicht haben. Es ist eine Zeit, in der es gilt, sich unterzuhaken und einer neuen Zeit mutig, hoffnungsvoll und einig entgegenzugehen. Und ausgerechnet jetzt offenbart sich Streit an hoher Stelle.
Ein enormer Schaden ist entstanden, Erzbischof Stefan Burger hat vollkommen recht. Die unschöne Affäre um die Freiburger Dommusik, die nicht wenige Medien über die Weihnachtstage hinweg in dicken Schlagzeilen beschäftigte, hat zweifellos Renommee gekostet. In der effizienzorientierten Wirtschaftswelt hat der respektvolle Umgang mit den eigenen Beschäftigten eine so hohe Bedeutung, dass sich Firmen nicht nur arbeitsrechtlich exquisit wappnen, sondern auch großzügige Regelungen vorsehen, um bei Trennungen unvermeidbare Härten zu flankieren – und keine schädlichen Signale auszusenden. Die Nachrichten aus Freiburg über eine konfrontative Kündigung und anhaltende Proteste gegen eine Personalentscheidung mussten somit eine Öffentlichkeit überraschen, die mit Kirche vielleicht nicht mehr viel anfangen will, kirchliche Kunst und Kultur aber als Berührungspunkte durchaus schätzt.
Umso wichtiger wird es sein, die richtigen Lehren zu ziehen. Lange Jahre gab es Querelen mit der Leitung der Dommusik, doch die monatelangen Proteste gegen die Kündigung zeigen, dass etliche Protagonisten diese Miss-Stimmung entweder nicht wahrnahmen oder als hinnehmbar ansahen. So wurde die Causa Böhmann zu einer Causa Dommusik. Die unterschiedlichen Sichtweisen deuten auf mangelnden Austausch mit allen Akteuren hin. Gerade Chorsänger und Instrumentalisten, die sich für die Kirchenmusik einsetzen, nehmen manch` Beschwer auf sich. Sie proben, wenn andere Skiurlaub machen, sie musizieren an Feiertagen, die andere zu Ausflügen verleiten. Ob berechtigte „Wertschätzung“ von den entsprechenden Leitungsstellen ausreichend ausgestrahlt wurde? Keine Frage: Auch ein kirchlicher Arbeitgeber muss immer mal wieder unbequeme Entscheidungen treffen, harte Hand zeigen und zu Maßnahmen stehen, die wehtun. Allerdings sollte der Nutzen für das Gemeinwesen stets so groß sein, dass er einen temporären Schaden überwiegt. Das setzt viel Kommunikation voraus, ehrliches Zuhören, mutige Gespräche.
Es scheint so, dass die unschöne Aktion zur Christmette ein Ventil war, das sich an unpassender Stelle entlud und Personen berührte, die an der Genese schuldlos waren. Damit wiederholt sich eine alte Erkenntnis: Ein Ungeschick wird erst durch mangelndes Management zur Affäre. Bleibt die Hoffnung, den „enormen Schaden“ schnell und großzügig zu bereinigen.
Klaus Gaßner