Hoffnung auf klärende Gespräche

16.03.2024 |

Der Freiburger Diözesanrat hat sich zu seiner Frühjahrsvollversammlung getroffen. Gast des zweitägigen Treffens war auch Erzbischof Stephan Burger, der die Delegierten unter anderem über den Stand der Dinge nach dem abermaligen römischen Veto gegen die Etablierung eines Synodalen Rates in Deutschland informierte. 

Fast einstimmig verabschiedete der Freiburger Diözesanrat einen Textentwurf, um sich anlässlich der Europa- und Kommunalwahlen im Juni gegen Populismus und Extremismus zu positionieren.
 
Angesichts des römischen Vetos gegen die Einsetzung eines Synodalen Ausschusses und späteren Synodalen Rates in Deutschland hofft Erzbischof Stephan Burger auf eine Klärung im Zuge der anstehenden Gespräche deutscher Bischöfe im Vatikan Ende März. Bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Freiburg bezeichnete Burger die Stellungnahme Roms als klaren und eindeutigen Hinweis darauf, dass das Kirchenrecht keine Grundlage für ein überdiözesanes Beratungs- und Entscheidungsgremium in Deutschland biete. Deshalb gehe es jetzt darum, einen gemeinsamen gangbaren Weg zu finden, so der Erzbischof.
 
Erzbischof Stephan Burger hofft, dass die Gespräche der Bischofskonferenz Ende März im Vatikan klären können, wie es mit einem überdiözesanes Beratungs- und Entscheidungsgremium in Deutschland weitergeht.
In seiner kurzen, in der ursprünglichen Tagesordnung des Diözesanrats gar nicht vorgesehenen Ansprache verteidigte Stephan Burger die von den deutschen Bischöfen verabschiedete Stellungnahme gegen den grassierenden Rechtspopulismus. „Ich bin froh, dass wir diese gemeinsame Erklärung abgegeben haben“, betonte er und verwies auf die Erfahrung, dass auch bei erklärten Christen im Umfeld der AfD immer wieder eine „Blut- und Boden-Ideologie“ zum Vorschein komme. Das Ordinariat werde derzeit „eingedeckt“ mit Angriffen aus der AfD und derem rechten Umfeld.
 
Auch der Freiburger Diözesanrat selbst will sich anlässlich der Europa- und Kommunalwahlen im Juni gegen Populismus und Extremismus positionieren. Die bevorstehenden Wahlen seien eine gute Gelegenheit, um Zeichen gegen diese Tendenzen zu setzen. „Parteien, deren Programm und Handeln auf Angstmacherei und Hetze gegen Minderheiten beruhen und die keine wirklichen Alternativen anbieten, fordern den gesellschaftlichen Zusammenhalt heraus“, heißt es in dem fast einstimmig befürworteten Textentwurf. „Diesem nationalistischen Populismus treten wir entschieden entgegen!“
 
Anvisiertes Ziel der Klimaneutralität 2030 wohl nicht zu erreichen
 
Kleine, aber doch spürbare und wichtige Fortschritte macht das Erzbistum Freiburg auf dem Weg zu einer klimafreundlichen, fairen und nachhaltigen Diözese. Benedikt Schalk von der Diözesanstelle Schöpfung und Umwelt und Eva Jerger, Leiterin des Referats Fair-Trade-Diözese erläuterten den Mitgliedern des Diözesanrats die bereits erfolgten und noch notwendigen Schritte. Benedikt Schalk äußerte die Vermutung, dass das ursprünglich anvisierte Ziel der Klimaneutralität bis 2030 nicht erreichbar sei. Trotz zahlreicher Einzelmaßnahmen und der Veräußerung zahlreicher Gebäude.
 
Linus Becherer, der Leiter der Hauptabteilung Immobilien und Baumanagement im Ordinariat, unterstrich bei der Vollversammlung die Bedeutung einer exakten Gebäudebestandserfassung als Voraussetzung für eine sinnvolle Immobilienentwicklung der Kirchengemeinden. Alle folgenden Entscheidungen müssten auf der Grundlage von drei zentralen Fragestellungen erfolgen: Was haben wir? Was brauchen wir? Was können wir uns noch leisten?
 
Als Vorsitzender des Diözesanrats-Ausschusses Politik und Gesellschaft erläuterte Christoph Bayer den Delegierten die Genese eines Textes mit dem Titel „Friedensethische Orientierungen“, der in den letzten Monaten unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine entstanden ist. Dabei sei es im Zuge eines schwierigen Diskurses gelungen, unterschiedliche Standpunkte von Ausschussmitgliedern einfließen und nebeneinander stehen zu lassen, so Bayer. Die „Friedensethischen Orientierungen“ stehen ab Mai sowohl gedruckt als auch digital zur Verfügung.
 
Michael Winter