Wegen der Hamas-Angriffe auf Israel sagte Erzbischof Stephan Burger seine geplante Reise nach Israel und in die Palästinensergebiete ab. Der Krieg, dem immer mehr Menschen zum Opfer fallen, hat auch Folgen für die Arbeit des Caritas Baby Hospitals in Bethlehem und dessen Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen.
Israel in Trümmern: Zerstörte Gebäude blockieren Zufahrtsstraßen wie hier nach Bethlehem.
Nach den Terrorangriffen militanter Palästinensergruppen auf Israel hat Erzbischof Stephan Burger seine geplante Delegationsreise ins Heilige Land abgesagt. Aufbrechen wollte er am 18. Oktober. Die israelische Regierung hat angesichts der eskalierenden Gewalt das Westjordanland abgeriegelt. Der Zugang nach Israel ist für die palästinensische Bevölkerung aus dem besetzten Gebiet nicht mehr möglich. Auch Verbindungen zwischen den palästinensischen Städten und Dörfern sind versperrt.
Während der Reise sollte Erzbischof Burger, der unter anderem Protektor des Vereins Kinderhilfe Bethlehem ist, auch am Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Caritas Baby Hospitals in Bethlehem teilnehmen, bei dem ein gemeinsamer Gottesdienst mit dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, sowie dem Basler Bischof Felix Gmür geplant war. Angesichts der herrschenden Gewalt und Unsicherheit wurden die geplanten Feierlichkeiten des Kinderkrankenhauses indes abgesagt. Die Verantwortlichen betonten, dass in so einer dramatischen und von unvorstellbarem Leid und Gewalt geprägten Situation kein Platz zum Feiern sei.
Für das Hospital hat der Angriff zur Folge, dass viele Patienten, die nicht in Bethlehem leben, nicht mehr ins Caritas Baby Hospital gelangen können. Die Krankenhausleitung hat umgehend reagiert. Ärztinnen und Ärzte sowie Sozialarbeiterinnen des Kinderkrankenhauses in Bethlehem nehmen Kontakt mit chronischen Patienten und ihren Familien auf, um sicherzustellen, dass diese die benötigten Medikamente bekommen. Anfragen von Eltern mit kranken Kindern werden bei Bedarf telefonisch beantwortet.
Das Caritas Baby Hospital in Bethlehem behandelt seit 70 Jahren jährlich zehntausende Babys und Kinder ambulant und stationär. Alle Kinder erhalten Hilfe, unabhängig ihrer Herkunft und Religion.
Quelle: Meinrad Schade KHB
Erzbischof Burger erklärte mit Blick auf die aktuelle Entwicklung: „Ich verurteile die abscheulichen Gewalttaten palästinensischer Terroristen, die zu einer Gewalteskalation im Heiligen Land geführt haben. Dennoch bleibt der Auftrag des Evangeliums, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einzusetzen. Als Erzdiözese werden wir deshalb weiterhin das Caritas Baby Hospital in seiner Arbeit für die schwächsten der Gesellschaft, die Kinder, unterstützen.“
Der Nahost-Konflikt ist eine Spirale aus Gewalt, Rache Terror und Krieg
Während die Mitarbeitenden im Krankenhaus bemüht sind, den Klinikbetrieb bestmöglich zu garantieren, hat die Fachstelle Internationale Freiwilligendienste unter Hochdruck an Rückreisemöglichkeiten für die Freiwilligen aus dem Erzbistum Freiburg gearbeitet, die sich für einen Freiwilligendienst in Israel aufhielten. Bereits vergangene Woche gelang es, die sechs jungen Erwachsenen aus Israel auszufliegen und sicher nach Deutschland zurückzubringen.
Die Menschen gedenken den Opfern und beten für sie und die Vermissten der Gewaltangriffe.
Unter den mutmaßlichen Entführungsopfern der radikalislamischen Hamas sind auch deutsche Staatsangehörige. Ihre Familien forderten beim Israel-Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock ein schnelles und energisches Handeln der Bundesregierung. Nach Angaben des israelischen Präsidenten Issac Herzog gelten sieben Deutsche weiter als vermisst.
Indes appelliert die internationale katholische Friedensbewegung pax christi Freiburg an die palästinensische Bevölkerung, die Gefolgschaft in diesem Waffengang zu verweigern, und bittet die israelische Regierung, alles zu tun, um weitere Eskalationsstufen des Krieges zu verhindern und für Sicherheit zu sorgen, statt für unverhältnismäßige Vergeltungsakte. Damit Frieden einkehren und stattfinden kann, brauche es laut pax christi eine Regelung, die beide Seiten gleichermaßen berücksichtigt. Bundesregierung und EU müssen sich ihrer Verantwortung für die Region stellen und nach Lösungen suchen, die beiden Völkern Selbstbestimmung und Sicherheit bieten. Die gesamte Region bedürfe einer Vermittlung statt einer weiteren Eskalation in der Spirale von Gewalt und Gegengewalt.
PM/ KNA
Spenden
Die Verantwortlichen der „Kinderhilfe Bethlehem“ halten fest, dass Spenden zugunsten des Vereins ausschließlich dem Caritas Baby Hospital und damit der medizinischen Versorgung von kranken Kindern zugutekommen. Überweisungen können auf folgendes Konto getätigt werden: