Es geht los! Heute startet unsere Pilgerreise und führt uns von Freiburg ins französische Burgund. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg. Gleichzeitig wagen wir einen persönlichen Aufbruch, jede und jeder für sich.
Erster Zwischenstopp auf der großen Fahrt: Der kleine Ort Paray le Monial in Burgund mit seiner Basilika.
Kurz vor sieben Uhr morgens tummelt sich bereits ein kleines Grüppchen vor dem Konzerthaus in Freiburg. Alle tragen schwere Rucksäcke, die sie so bald wie möglich auf dem Boden abstellen. Auch ich geselle mich dazu. Kurz darauf biegt schon der Reisebus um die Ecke – unser Wohnmobil in den kommenden zwei Wochen.
Kurz darauf sind alle 25 Teilnehmenden versammelt, alle pünktlich, alle in Aufbruchstimmung: Gemeinsam machen wir uns auf den Weg durch Frankreich und Spanien in die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Zwei Teilnehmer mussten leider kurzfristig wegen Krankheit absagen. Eilig wird das Gepäck in den Kofferraum verladen, noch schnell ein Gruppenfoto geschossen und dann geht es wirklich los.
„Ich steige mit einer Mischung aus Vorfreude, Bammel irgendwas vergessen zu haben und ganz viel Müdigkeit in den Bus.“
Lisa Seeger, Teilnehmerin der Pilgerreise
„Ich finde es großartig, dass sich die Gruppe bewusst für eine Busreise entschieden hat. Mit den vielen Etappen auf dem Weg entspricht das genau der Idee des Pilgerns.“
Busfahrer und Theologe Bernward Lindinger
„Ich find es richtig cool, dass wir mit dem Bus nach Lissabon fahren. Ich hatte die letzten Tage nicht den innerlichen Raum, mich auf den Weltjugendtag einzustellen und freue mich jetzt sehr auf die ganzen Zwischenstopps und den gemeinsamen Weg.“
Johannes Schenk, Teilnehmer der Pilgerreise
Priester Julian Donner spricht noch einen Reisesegen, die Zeilen „gesegnet sei dein Lächeln und dein Ernst“ bleiben mir besonders im Gedächtnis. Abfahrt also. Raus aus dem trüb grau verregneten Freiburg ins sonnige Frankreich. Neben Sommerkleidung, Reiseapotheke und Kissen jede und jeder mit Hoffnungen, Wünschen, Herzensanliegen im Gepäck. Das ist Pilgern. Unterwegs sein in einem Umfeld, das mir unbekannt ist. Mit Menschen, die ich an diesem Morgen zum ersten Mal treffe. Und mit der Frage: Wer bin ich und wohin bin ich eigentlich unterwegs?
Erster größerer Halt der Reise: der kleine Ort Paray le Monial in Burgund. Die dortige Basilika bezeichnet Susanne Spieß, Referentin für Berufungspastoral und Mitorganisatorin der Reise, als „Taschenbuchausgabe“ der ehemaligen Abteikirche von Cluny – lange Zeit eines der größten Gotteshäuser der Christenheit. Auch die Basilika ist noch ein ziemlich großes Taschenbuch. Der Baubeginn der romanischen Kirche war bereits im 9. Jahrhundert. Die Herz-Jesu-Bewegung hat dort ihren Ursprung. Unsere Mittagspause lässt genug Zeit, das monumentale Gebäude und dessen Innenhof zu besichtigen und einen Moment innezuhalten.
Unser Tag endet mit einem Gottesdienst im Weltjugendtags-Style: in einem kleinen Raum auf dem Boden sitzend und mit viel Gesang.
Danach gibt es Brotzeit, noch von zu Hause mitgebracht, an einem schattigen Plätzchen am Fluss. Und dann geht es auch schon wieder los. In der Früh noch leicht fröstelnd, sind wir nun alle froh über den gut klimatisierten Bus. Nach knapp 600 Kilometern erreichen wir unser Tagesziel Clermont Ferrand. Den Abschluss unseres Aufbruchstages feiern wir mit einem Gottesdienst in einem kleinen Raum, eng nebeneinander auf dem Boden sitzend. Wir sind müde, aber auch dankbar – und offen für das, was der Abend und dieser Weg noch für uns bereithält.