„Eisig – aber ergreifend“

12.12.2023 |

„Altötting im Advent“ schloss den Reigen der Diözesanwallfahrten 2023.

Strahlende Gesichter trotz klirrender Kälte: Die Wallfahrer nach Altötting erlebten stimmungsvolle Wintertage, Erzbischof Stephan Burger und Diakon Josef Sonner wurden bei der Geistlichen Leitung überraschend ein paar Tage durch Pater Roman aus Todtmoos unterstützt.
 
„Von Schnee verzaubert“, „stimmungsvoll“, „ganz schön kalt“, – so lauteten einige der Kommentare aus den Reihen der 117 Teilnehmer der Pilgerreise nach Altötting. Vor allem aber: „Es war eine im Glauben bestärkende Reise“, stimmten die Wallfahrer überein. Und hoben besonders die ergreifende Stunde bei der Krankensalbung hervor. Anderen bleibt die frühmorgendliche Roratefeier in Erinnerung, die im Kerzenlicht gefeiert wurde. „Das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas“: So nannte der im vergangenen Jahr verstorbene Benedikt XVI. den Wallfahrtsort Altötting.
 
Winter in Bayern: Adventslieder schallen bei Minusgraden durch die engen Gassen
 
Seit mehr als 1250 Jahren ist die Stadt geistliches Zentrum Bayerns, seit mehr als 500 Jahren bedeutendster Marienwallfahrtsort Deutschlands. Klaus Metzl ist dort Wallfahrtsrektor und Stiftspropst, er begrüßte persönlich die Wallfahrer aus dem Erzbistum – an deren Spitze Erzbischof Stephan Burger, der unterstützt durch Diakon Josef Sonner die geistliche Leitung innehatte. Mit Fahnen und Blasmusik waren die Pilger – in zwei Bussen angereist – zuvor in die Magdalenenkirche eingezogen, „das war ein sehr berührender Moment“, wie ein Teilnehmer später sagte. Das geistliche Programm war vielfältig, reichte von einer Adventsandacht bis zum Rorategottesdienst. Bei der Lichterprozession schallten Adventslieder durch die engen Gassen des Städtchens, begleitet von einem Blasensemble.
 
Tägliche Gottesdienste, der Besuch der Schwarzen Madonna gehörten zum geistlichen Programm.
 
Ein Abstecher führte an den Wolfgangsee, wo eine Adventskerze über dem Wasser erstrahlt.
Daunenjacken und Wintermäntel bestimmten das Bild der Tage in Bayern, geräumte, aber oft noch tückisch glatte Straßen bildeten hier und da eine Herausforderung für die Besucher. Der Kreuzweg in Altötting war von Schnee so bedeckt, dass ein Besuch unmöglich wurde, das Gebet wurde in die Kirche verlegt. Eine kleine Überraschung lieferte Pater Roman Brud, Leiter der Seelsorgeeinheit Todtmoos-Bernau. Er war wegen einer Ordenskonferenz in Bayern und wählte den Weg über Altötting, um die Wallfahrer aus der Heimat zu treffen, sie drei Tage zu begleiten und bei den Gottesdiensten zu assistieren.
 
Ein Besuch der Schatzkammer Altötting lud zum Staunen ein. Im Mittelpunkt dabei: Das sogenannte „Goldene Rössl“, ein Marienaltärchen aus Goldemaille. Es gehört, folgt man anerkannten Kunstexperten, zu den kostbarsten Kunstschätzen Europas. Das Stück ist über 600 Jahre alt und stammt aus dem Jahr 1404. Neueren Datums aber nicht minder im Blickpunkt der Besucher: Die roten Schuhe von Papst Benedikt XVI., die ebenfalls in der Schatzkammer ausgestellt sind. Vom „Goldenen Rössl“ zum „Weißen Rössel“: Ein Ausflug führte die Wallfahrer nach St. Gilgen am Wolfgangsee, es war ein besonderes Erlebnis, die Sommerfrische im Winter zu erkunden: Mit einer Adventskerze über der Wasseroberfläche, und natürlich mit einem Blick in das berühmte Gasthaus, Kulisse für Filme und Treffpunkt von viel Prominenz. Ein Gottesdienst wurde in der Pfarrkirche St. Ägydius gefeiert, bevor sich viele vom stimmungsvollen Weihnachtsmarkt in St. Wolfgang bezaubern und von Glühwein wärmen ließen.
 
Christa Löffler und Helfer beim Basteln eines kleinen Präsents für die Wallfahrer.
 
Die Reise wurde von Christa und Daniela Löffler vom Pilgerbüro des Erzbistums organisiert, begleitet von Konradsblatt-Mitarbeiter Edgar Vogel. Am Ende wartete eine kleine Überraschung auf die Wallfahrer: Liebevoll mit Tannenreis gebundene Kerzen aus Altötting. Manch einer hatte sich auf den besuchten Weihnachtsmärkten mit Weihrauch fürs heimische Räuchermännchen eingedeckt – auf dass die Erinnerung an die Wallfahrt über die anstehenden Feiertage auch noch sinnlich eine Fortsetzung finden.
 
KBL