Verletzten Wildtieren schnell helfen – eine neue App macht es möglich

11.03.2026 |

Der Frühling naht. In dieser Zeit häufen sich Wildunfälle und Funde von vermeintlich alleingelassenen Jungtieren. Eine App soll nun helfen zu erkennen, welche Hilfe sinnvoll ist – und wann man besser nicht eingreift.

Auch wenn ein Rehkitz allein im Feld liegt, ist es meist nicht hilflos – oft kommt die Mutter bald zurück. Die neue App „Wildtier-SOS“ hilft einzuschätzen, wann Tiere wirklich Hilfe brauchen und wann man besser Abstand hält.
 
Gutgemeinte Hilfe ist bei verletzten oder isolierten Wildtieren laut Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) oft der falsche Weg. Daher stellt sie ab sofort mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) in Hannover eine kostenfreie App zur Verfügung, wie beide mitteilten. Mit „Wildtier-SOS“ kann man demnach schnell die Tierart, die Situation und mögliche Ansprechpartnerinnen und -partner ermitteln, wenn man ein verletztes Tier findet oder selbst einen Wildunfall erlebt. Dies solle Tierleid durch fehlende Fachleute oder unsachgemäße Versorgung verhindern.
 
Viele Menschen seien überfragt, wenn sie „vermeintlich verwaiste Jungtiere“ fänden, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Dies könne ganze Populationen gefährden - und damit das ökologische Gleichgewicht. Dies betreffe vor allem Jungvögel und Feldhasen, ergänzte Michael Peer von der TiHo-Stiftung. „Häufig werden die Tiere einfach ihrer natürlichen Umgebung entnommen – obwohl das oft das falsche Vorgehen ist.“ Auch wenn ein Rehkitz allein im Feld sitze, komme das Muttertier meist rasch zurück. Unbedachtes Handeln gefährde zudem die Menschen selbst.
 
Nach Wildunfällen zählt jede Minute
 
Bei wirklich hilfsbedürftigen Tieren fehle es hingegen häufig an Fachwissen oder geeigneten Kontaktpersonen. Tiere leiden Pees zufolge etwa dann unnötig, wenn sie zu lange auf fachgerechte Hilfe warten müssen oder von Laien selbst versorgt werden. „Bei Hilfebedarf vermittelt die App zügig die richtigen Ansprechpartner wie Wildtierstationen, Veterinärkliniken, zuständige Behörden sowie Polizei und Feuerwehr in der Region.“ Sollte eine offensichtliche Verletzung vorliegen oder ein Wildunfall passiert sein, komme man schneller zu einer Empfehlung: Dann zählt nach Worten des Experten jede Minute.
 
Neben dem Schutz der einzelnen Tiere sowie der Populationen soll die App zur Erweiterung von Wildtier-Datenbanken beitragen. In Planung ist laut Angaben ein System, das über die Handykamera und Künstliche Intelligenz die Tierart erkennen soll: So könne die Bevölkerung mit Daten zur Wildtierforschung beitragen.
 
KNA