Bundespräsident Steinmeier beim Papst und bei St. Egidio
23.09.2025 |
Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat erstmals Papst Leo XIV. getroffen. Anschließend war er zu Gast bei der Gemeinschaft Sant'Egidio. Thema bei beiden Gesprächen: Frieden, vor allem für die Ukraine.
Bundespräsident Steinmeier in Rom: Gespräche mit Papst Leo XIV., Sant’Egidio und UN-Organisationen – im Mittelpunkt standen Integration, Frieden und internationale Zusammenarbeit.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat im Rahmen seiner Rom-Reise Anfang der Woche auch die christliche Gemeinschaft Sant'Egidio besucht. Bei dem Gespräch hätten Steinmeier und Sant'Egidio-Präsident Marco Impagliazzo vor allem Integration und Frieden als Antwort auf die vielen Krisen in der Welt gefordert, teilte die Gemeinschaft mit. Beide hätten die Bedeutung der humanitären Hilfe für die Ukraine hervorgehoben. Zahlreiche Sant'Egidio-Gruppen in der Ukraine stünden den Binnenflüchtlingen zur Seite.
Auch müsse die Entwicklung in Afrika weiter vorangetrieben werden, um den vielen jungen Menschen auf der Suche nach einer Zukunft eine Antwort zu geben, erklärten Steinmeier und Impagliazzo. Zugleich wurde die langjährige Freundschaft von Sant'Egidio mit Deutschland hervorgehoben. Steinmeier selbst hatte bereits an zahlreichen Veranstaltungen der Gemeinschaft teilgenommen, zuletzt im September 2023 am Internationalen Friedenstreffen in Berlin. Seinen ersten Besuch hatte der Bundespräsident der Basisgemeinschaft 2017 in Rom abgestattet.
Diesmal war Steinmeier zu Gast in der Schule für italienische Sprache und Kultur von Sant'Egidio, die in rund 40 Jahren die soziale und berufliche Integration von Tausenden von Migranten unterstützte. Dabei traf das deutsche Staatsoberhaupt auch einige Geflüchtete, die dank der humanitären Korridore nach Italien kamen. Dieses seit zehn Jahren bestehende Integrationsmodell habe sich bewährt, so die Organisation.
Anschließend fand ein Treffen Steinmeiers mit den drei in Rom ansässigen UN-Organisationen statt: In den Räumen des Welternährungsprogramms (WFP) waren auch Vertreterinnen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) zugegen. Es war der erste hochrangige Besuch eines Vertreters der Bundesrepublik im 80-jährigen Bestehen der FAO.
Er wolle mit seinem Besuch ein Zeichen für „starke internationale Institutionen und Regeln“ setzen, sagte Steinmeier zuvor vor Journalisten. Er beklagte eine Erosion der internationalen Zusammenarbeit. Regellosigkeit dürfe nicht die Alternative zu einem System sein, das vielleicht Defizite habe. Dies sei auch Konsens im Gespräch mit Papst Leo XIV. gewesen.