Die Auseinandersetzung um den Abzug von Pfarrer Matthias Koffler aus Baden-Baden durch das Erzischöfliche Ordinariat hat sich in der zurückliegenden Woche nicht beruhigt, sondern eher eine Zuspitzung erfahren.
Mehrere hundert Menschen folgten am Freitag dem Aufruf zu einem Gebet auf dem Platz vor der Baden-Badener Bernharduskirche.
Am Freitagabend versammelten sich mehrere hundert Menschen vor der Bernharduskirche in Baden-Baden zu einem Gebet und einer Kundgebung, um „ein Zeichen der Solidarität, der Hoffnung und des Zusammenhalts“ zu setzen und dieses nach Freiburg zu senden, so hatte es in dem Aufruf geheißen. Zudem wurde aus den Gemeindeteams heraus eine Unterschriftenaktion gegen den Abzug des Pfarrers gestartet. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatten über 2300 Personen unterschrieben.
Karin Ziegler, eine der zurückgetretenen Pfarrgemeinderätinnen, äußerte sich gegenüber der SWR-Landesschau „wütend, enttäuscht und unsagbar traurig“ über den Vorgang. „Die Kirche in Freiburg sagt uns nicht, warum er weg muss“, so Ziegler. Generalvikar Christoph Neubrand unterstrich dagegen gegenüber dem SWR, dass es um den „Dienst der Einheit in der Pfarrei“ gehe, nicht um Fragen des Lebensstils.
Vorausgegangen war in der vergangenen Woche ein digitales Gespräch zwischen Generalvikar Neubrand und Domkapitular Michael Hauser, dem Personalchef der Erzdiözese, auf der einen und dem Vorstand des Pfarrgemeinderates auf der anderen Seite. Daraufhin veröffentlichten sowohl die Vertreter des PGR als auch das Ordinariat Pressemeldungen. Die PGR-Vertreter bezeichneten den Austausch als „sehr ernsthaft“. Beide Seiten hätten sich „intensiv“ für eine Deeskalation eingesetzt. Seitens des Ordinariats sei das Anliegen der Einheit als „entscheidender Faktor“ für den Abzug des Pfarrers benannt worden. „Es bestand während der Videokonferenz kein Zweifel daran, dass es durch die Ausübung seines Amtes in Baden-Baden, weder in der Vergangenheit, noch aktuell Anlass für Unzufriedenheit oder Kritik an Pfarrer Koffler gegeben habe“, heißt es weiter. Zudem habe das Ordinariat klargestellt, „dass die Zahl der Beschwerdebriefe bezüglich Matthias Koffler nicht höher war als die der Beschwerden gegen andere Pfarrer in der Diözese“.
Das Ordinariat teilte in einer eigenen Erklärung mit, dass der Zeitpunkt des Wechsels von Pfarrer Koffler sowie mögliche Einsatzorte demnächst mit ihm besprochen würden. Der Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort gehe weiter.